Hirschlausfliege - ein lästiger Parasit aus dem Wald

Die Hirschlausfliege ist ein Ektoparasit. Das bedeutet, sie lebt normalerweise auf der Oberfläche von Tieren. Sie sieht einer normalen Fliege sehr ähnlich, ist jedoch flacher und hat starke Haken an ihren sechs Beinen. Diese Fliege hat auch einen ausgeprägten, sehr spitzen Stechrüssel. Die rotbraune Hirschlausfliege ist 5 bis 6 mm groß. Du findest sie oft in Eichen-, Kiefern- und Mischwäldern, besonders in feuchten Gebieten. Von August bis Oktober ist sie besonders aktiv und fliegt in großen Schwärmen, jedoch ziemlich stationär, umher.

Die Hirschlausfliege und ihre biologische Einordnung  

Die Hirschlausfliege wird häufig auch Hirschlaus genannt. Sie gehört zur Familie der Lausfliegen. Ihr lateinischer Name ist Lipoptena cervi.

Die Hirschlausfliege und ihre Wirte 

Ursprünglich befällt die Hirschlausfliege Wildtiere wie Rehe, Hirsche und Wildschweine. Doch immer häufiger können auch Pferde, Hunde und sogar Menschen von diesen Fliegen befallen werden. Die Hirschlausfliege ernährt sich von Blut. Wenn sie einen Wirt gefunden hat und zustechen konnte, verliert sie ihre Flügel und bleibt auf dem Wirt. Sie bewegt sich sehr schnell und flach auf der Haut des Wirtes.

Fortpflanzung und Lebenszyklus 

Hirschlausfliegen paaren sich auf ihrem Wirt und bringen lebende Junge zur Welt. Diese Larven sind sofort bereit, sich zu verpuppen. Die Larven fallen zu Boden und entwickeln sich im nächsten Jahr zu neuen Hirschlausfliegen. Diese schlüpfen dann von September bis Oktober, manchmal auch bis November. Kalte Winter können die Larven abtöten, während wärmere Winter ihre Vermehrung begünstigen..

Gefahren der Hirschlausfliege 

Die Hirschlausfliege ist ein Blutsauger und kann Bakterien und Krankheiten übertragen. Ein besonderes Bakterium, Bartonella schoenbuchensis, wurde 2001 entdeckt. Dieses Bakterium kann bei Hirschen und Rehen Fieber und eitrige Erkrankungen verursachen. Es wurde nachgewiesen, dass dieses Bakterium auch bei Pferden und Hunden gefährliche Symptome hervorrufen kann. Bei Menschen kann der Biss der Hirschlausfliege zu Herzentzündungen und unspezifischen Hautentzündungen führen.

Anzeichen eines Hirschlausfliegenbisses 

Wenn die Hirschlausfliege zustecht, entstehen schmerzhafte und angeschwollene Stellen, die einem Bluterguss ähneln. Diese Stellen jucken stark. Dein Pferd kann auch Hautausschläge in Form von Pusteln, Ödemen und eitrigen Wunden bekommen.

Bevorzugte Stichstellen  

Die Hirschlausfliege fliegt mit Vorliebe den Popo und den Schweif des Pferdes an und sticht bevorzugt unter dem Schweif, im Schenkelspalt, an den Innenseiten der Schenkel und um das Euter herum. Auch der Mähnenbereich ist häufig betroffen.

Reaktion des Pferdes  

Pferde reagieren auf die Hirschlausfliege sehr nervös und panisch. Sie schlagen mit den Hinterbeinen gegen den Bauch und mit dem Schweif wild umher. Manchmal lassen sie keine Annäherungsversuche durch Menschen zu und treten nach ihnen. Das Krabbeln der Fliegen verursacht starkes Schweifschlagen, und der schmerzhafte Stich lässt die Pferde ausschlagen.

Bekämpfung der Hirschlausfliege  

Da die Hirschlausfliege sich sehr schnell bewegt, ist es schwierig, sie zu erwischen. Mit einem Floh- oder Nissenkamm kannst du die Parasiten aus dem Fell deines Pferdes kämmen. Wenn der Befall fortgeschritten ist, kannst du dein Pferd mit einem Wasserschlauch abspritzen, um die Fliegen auszuspülen. Menschen sollten duschen, um die Fliegen loszuwerden.

Einige Mittel gegen Schaflausfliegen können auch bei Pferden helfen. Butox wird oft verwendet, um den Anflug der Fliegen zu verhindern. Allerdings müssen die Fliegen bei Butox erst beißen, um zu sterben. Es ist immer ratsam, vorher den Tierarzt zu konsultieren.

Behandlung der Bissstellen  

Die Bissstellen sollten gekühlt werden, um Schmerzen und Juckreiz zu lindern. Bei Pusteln, Ödemen oder eitrigen Wunden kann ein Antiallergikum, das vom Tierarzt verschrieben wird, helfen. Wir haben selbst auf unserem Pferd Hirschläuse gehabt und haben gute Erfahrungen mit Mikrosilbergel gemacht.

Schutzmaßnahmen für dich und dein Pferd  

Vermeide Waldgebiete, in denen die Fliegen von August bis Oktober besonders aktiv sind. Du kannst dein Pferd auch mit einem natürlichen Insektenspray einsprühen, um es zu schützen.

Fazit

Die Hirschlausfliege kann eine ernsthafte Gefahr für dein Pferd darstellen. Sie überträgt Krankheiten und verursacht schmerzhafte Bissstellen. Es ist wichtig, dass du die Anzeichen eines Befalls erkennst und weißt, wie du die Parasiten bekämpfen kannst. Regelmäßige Kontrollen und vorbeugende Maßnahmen können helfen, dein Pferd vor diesen lästigen Parasiten zu schützen. Konsultiere immer den Tierarzt, um sicherzustellen, dass dein Pferd die richtige Behandlung erhält. So kannst du das Wohlbefinden und die Gesundheit deines Pferdes gewährleisten.

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